Mittwoch 17. Januar 2018
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70 Jahre Deutschordensseelsorge

Eingebettet in die Häuser des 7. Wiener Gemeindebezirkes befindet sich die 1786 geweihte und zur Pfarrkirche erhobene Kirche St. Laurenz am Schottenfeld, die bis heute zu den inkorporierten Pfarren des im Jahre 1155 gegründeten Schottenklosters im 1. Wiener Gemeindebezirk gehört. Nachdem der Zweite Weltkrieg auch für den Deutschen Orden eine Reihe von Umwälzungen gebracht hat, so auch die Vertreibung der deutschen Brüder und Schwestern aus den angestammten Ordensgebieten in Böhmen und Mähren, mussten für diese Tätigkeitsfelder gesucht werden, die auch den Lebensunterhalt mittels Gestellungs-geldern sicherten. Dieser Situation Rechnung tragend wurde durch den späteren Hochmeister Dr. Marian Tumler mit dem Abt des Schottenstiftes, Dr. Hermann Peichl, ein zunächst auf 10 Jahre befristeter Vertrag ausgehandelt, der die seelsorgerische und schulische Betreuung der Pfarre Schottenfeld durch Priester des Deutschen Ordens vorsah und seither immer wieder verlängert wurde.

Aus 10 Jahren sind mittlerweile 70 Jahre segensreichen Wirkens mit und für die Menschen des Bezirkes geworden. Drei Brüder des Deutschen Ordens haben als Pfarrer in Schottenfeld gewirkt. Ab 1. Juli 1946 fungierte P. Friedrich Kausch als Pfarrer, sein Nachfolger wurde mit 1. September 1974 P. Josef Gasser. Seit dem 1. September 1979 wird St. Laurenz am Schottenfeld vom gebürtigen Schottenfelder P. Johannes Kellner, seit 1983 auch Prior der Brüderballei Österreich, seelsorgerisch betreut. In den Jahren 1946 bis 1983 war Schottenfeld auch ein Ort des überprovinziellen Austausches, da unter den 11 Brüdern, die als Kapläne dort wirkten, nicht nur Brüder der österreichischen Ballei, sondern auch aus der Provinz Deutschland und Südtirol tätig waren.

Zum 200 Jahr Jubiläum schrieb Weihbischof Dr. Helmut Krätzl und es ist für 70 Jahre Deutschordensseelsorge ebenso gültig: „Dieses Jubiläum soll nicht nur eine gemeinsame Erinnerung  an den Anfang, eine gemeinsame Besinnung auf das Werden dieser Pfarre sein, sondern vielmehr auch zum Anlaß werden, sich wieder Gedanken darüber zu machen, wie auch für die kommende Generation eine lebendige Weitergabe des Glaubens geschehen kann“.  Seit 70 Jahren nunmehr versuchen die Brüder (und bis in die 80ziger Jahre auch Deutschordensschwestern) diese lebendige Weitergabe zu leben, dem Evangelium ein Gesicht zu geben und so auch in sich stetig verändernden Zeiten für die Menschen glaubwürdige Zeugen einer frohen Botschaft zu sein und ihnen Wege zu Gott zu finden helfen.


http://deutscher-orden.org/